Justiz digital

Rheinland-Pfalz – erstes vollständig digitales Staatsexamen für Referendarinnen und Referendare

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland ein vollständig digitales Staatsexamen durchgeführt. An den Prüfungsstandorten Mainz, Trier und Frankenthal legten rund 200 Rechtsreferendarinnen und Referendare ihre Klausuren mit Laptop, digitaler Prüfungsumgebung und elektronischer Bibliothek ab – statt wie bisher mit gedruckten Gesetzestexten und Kommentaren. Rheinland-Pfalz bildet damit den gesamten schriftlichen Prüfungsprozess als erstes von 16 Bundesländern vollständig elektronisch ab.

Digitales Staatsexamen ersetzt Papierunterlagen

Seit Oktober 2021 konnten Arbeiten im Zweiten Staatsexamen in Rheinland-Pfalz bereits elektronisch geschrieben werden, auch Korrektur und Akteneinsicht erfolgen seit Jahren digital. Neu ist, dass nun erstmals auch sämtliche Hilfsmittel digital bereitgestellt werden. Über die „beck-eExamensbibliothek“ des C.H. Beck Verlags erhalten Prüflinge über einen zweiten Bildschirm Zugriff auf alle zugelassenen Werke. Die technische Infrastruktur der Prüfungsumgebung stammt von der IQUL GmbH. Nach Angaben der Quelle ist diese Plattform die einzige in Rheinland-Pfalz zugelassene digitale Bibliothek für das Examen.

Die Referendarinnen und Referendare konnten die digitale Bibliothek bereits seit ihrer Einstellung im Mai 2025 nutzen. Ein Probeexamen im Mai 2026 diente der umfassenden Erprobung des Systems. Bislang mussten Prüflinge zu jedem der acht Prüfungstage eine Vielzahl von Gesetzessammlungen und Kommentaren mitbringen, oft in mehreren Auflagen und mit erheblichem finanziellem Aufwand. Diese Belastung entfällt der Quelle zufolge nun. Justiz- und Verbraucherschutzminister Dr. Helmut Martin erklärte dazu.

Die jeweils aktuellen Auflagen der benötigten Gesetzestexte und Kommentare müssen für die Prüfung nicht mehr gekauft oder gemietet werden, sondern werden digital zur Verfügung gestellt.

Bewusster Verzicht auf KI-Elemente

Die digitale Prüfungsumgebung wurde nach Angaben des Landesprüfungsamts für Juristen bewusst ohne KI-Elemente gestaltet, damit die Falllösung ausschließlich auf juristischem Können beruht und nicht durch algorithmische Vorschläge beeinflusst wird. Birgit Nennstiel, Präsidentin des Landesprüfungsamts für Juristen, betonte, die Prüfung werde dadurch „nicht einfacher, sondern realitätsnäher“.

Das Justizministerium Rheinland-Pfalz teilte auf Nachfrage mit, das Vorhaben sei bereits in der Vorbereitungsphase dem Koordinierungsausschuss für die Juristische Ausbildung als Unterausschuss der Justizministerkonferenz vorgestellt worden. Die Erfahrungen mit den digitalen Hilfsmitteln würden nach der erfolgreichen Einführung weiter ausgewertet. Zur Anbieterwahl erklärte das Ministerium, eine Markterkundung habe ergeben, dass C.H. Beck als einziger Anbieter eine redaktionell aufbereitete Suchfunktion innerhalb des vorgesehenen Projektzeitraums habe realisieren können. In den übrigen 15 Bundesländern ist laut Quelle bislang lediglich das Schreiben am Laptop Standard.

Einordnung

Die Umstellung kann als Signal für andere Landesjustizverwaltungen gelten, die bislang nur das Schreiben am Laptop, nicht aber digitale Hilfsmittel ermöglichen. Für Lehrstühle, Repetitorien und Ausbildungsabteilungen in Kanzleien dürfte die Erfahrung aus Rheinland-Pfalz zeigen, wie sich die Examensvorbereitung künftig auf digitale Rechercheumgebungen ausrichten lässt.

Dass die Prüfungsumgebung in Rheinland-Pfalz bewusst ohne KI-Funktionen gestaltet wurde, zeigt die dortige Entscheidung, algorithmische Vorschläge in der Prüfung auszuschließen. Für Kanzleien und Rechtsabteilungen, die Berufseinsteiger ausbilden, kann die vom Ministerium angekündigte weitere Auswertung der Erfahrungen relevant werden.

Quellen

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Grundlage der genannten Quellen erstellt.

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