Der am 28. Oktober 2026 veröffentlichte Beitrag berichtet über eine Studie des Branchenanalysten Ari Kaplan im Auftrag von Legora, die untersucht, wie KI in Rechtsabteilungen den Arbeitsalltag verändert. Die Untersuchung beruht auf Gesprächen mit 30 Mitarbeitenden aus Rechtsabteilungen großer Unternehmen, die Legora bereits nutzen, darunter Juristinnen und Juristen sowie Verantwortliche aus Legal Operations und Legal Innovation. Die befragten Unternehmen stammen aus neun Ländern, darunter Deutschland, die Schweiz, Schweden und die USA, und weisen jeweils einen Jahresumsatz von mindestens 1 Milliarde US-Dollar auf.
KI in Rechtsabteilungen sorgt für mehr Tempo und Vertrauen
Laut Studie erledigen Befragte Aufgaben, die früher Stunden dauerten, heute in wenigen Minuten. Bei der Prüfung von Patentlizenzen, für die typischerweise 30 bis 50 Verträge durchzusehen sind, sank der Zeitaufwand pro Vertrag von rund 20 Minuten auf zwei Minuten. Bei STRABAG arbeiten rund 400 Personen im Contract-Management and Legal-Services; bei relevanten Aufgaben erreichen die Effizienzgewinne dort laut Quelle bis zu 75 Prozent. Gerald Feilecker zufolge unterstützt ein Word-Plug-in die Juristinnen und Juristen in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung. Bei Accor berichtet James Donald, General Counsel MEA APAC und Deputy General Counsel Premium Midscale & Economy Division, von einer Zeitersparnis von über 90 Prozent bei einzelnen Aufgaben.
97 Prozent der Befragten reagieren laut Studie schneller auf Anfragen aus dem Unternehmen, 80 Prozent erreichen in derselben Zeit mehr, und 87 Prozent haben mehr Freiraum für wertschöpfende Aufgaben. 71 Prozent vertrauen stärker auf die Qualität der eigenen Arbeit, 57 Prozent haben mit KI-Unterstützung ein sonst übersehenes Problem in einem Lieferantenvertrag erkannt. 77 Prozent berichten, die Geschäftsleitung bewerte die Rechtsabteilung insgesamt positiver, seit sie ein juristisches KI-Tool einsetzt.
Wert messbar machen
70 Prozent der Befragten können ein konkretes Beispiel für einen klaren Return on Investment nennen, meist in Form von Zeitersparnis. Die Studie empfiehlt, nicht einzelne eingesparte Minuten zu benennen, sondern die gesamte Bearbeitungszeit zu messen, regelmäßig Feedback anderer Teams einzuholen und Erfolge systematisch festzuhalten. Ergänzend schlägt sie vor, Aufgaben mit einer Wertematrix nach strategischem Gewicht, Risikopotential und Stundensätzen zu ordnen sowie Projekte, die ohne KI nicht zu bewältigen gewesen wären, mit einem finanziellen Wert zu versehen, der sich an früheren Outsourcing-Kosten oder vermiedenen Opportunitätskosten orientiert.
Einordnung
Die Zahlen stammen aus Interviews mit Nutzern eines bestimmten Anbieters und lassen sich nicht ohne Weiteres auf den gesamten Markt übertragen. Dennoch zeigt die Untersuchung, in welche Richtung Rechtsabteilungen großer Unternehmen ihre Argumentation gegenüber der Geschäftsleitung verschieben dürften, weg von reiner Zeitersparnis und hin zu Kennzahlen wie Reaktionsfähigkeit oder Handlungsgeschwindigkeit der Fachbereiche.
Für Rechtsabteilungen im deutschsprachigen Raum kann die Studie als Anregung dienen, eigene Erfolgsmessungen ähnlich aufzubauen, etwa durch eine Wertematrix oder durch die Bewertung von Projekten, die ohne KI-Unterstützung nicht möglich gewesen wären. Auch für Kanzleien ist die Beobachtung relevant, dass intern gestärkte Mandanten externe Beratung gezielter und mit präziseren Fragen nachfragen dürften, was sich auf Art und Umfang der Zusammenarbeit auswirken kann.
Quellen
- Wie künstliche Intelligenz produktiver und sichtbarer macht, Deutscher AnwaltSpiegel, 28.10.2026
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Grundlage der genannten Quellen erstellt.