Kurz gefasst
j-lawyer (j-lawyer.org) ist eine quelloffene Kanzleisoftware, die unter der GNU Affero General Public License Version 3 steht. Die Software selbst ist kostenlos. Kosten entstehen für Betrieb, Cloud-Hosting, Hardware, Einrichtung oder KI-Funktionen, wenn man diese als Dienstleistung einkauft.
Open Source in der Kanzlei
Das Projekt beschreibt sich mit „Kostenfrei. Open Source. Ohne Beschränkungen.“. Laut Lizenzseite ist j-lawyer.org von Jens Kutschke unter der AGPL v3 lizenziert. Verwendete Bibliotheken stehen unter weiteren Lizenzen wie Apache 2, BSD und LGPL. Quelloffen heißt, dass der Programmcode einsehbar ist und die Kanzlei nicht an einen Anbieter gebunden ist, um die Software weiter betreiben zu dürfen. Es heißt nicht, dass Wartung, Datensicherung und Updates von selbst erledigt sind.
Funktionen nach Kriterien
| Kriterium | Angaben des Projekts |
|---|---|
| Aktenverwaltung | Aktenverwaltung, Falldatenblätter (genannt u. a. für GwG-/PeP-Prüfungen, Fluggastrechte, gewerblichen Rechtsschutz), Kalender |
| beA-Anbindung | beA-Integration („beAstie“) |
| Fristen | Kalender und Wiedervorlagen, eine gesonderte Fristenberechnung ist in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben |
| Dokumente/OCR | Dokumentenverwaltung, PDF-Funktionen, LibreOffice-Integration, E-Mail-Abruf, Texterkennung nicht beschrieben |
| Abrechnung/RVG | RVG-Unterstützung, Zeiterfassung, Rechnungen und Buchhaltung |
| Betriebsart | Client für Windows, Linux und macOS, Apps für iOS und Android, Server in der Kanzlei, als j-lawyer.BOX oder in der j-lawyer.CLOUD |
| KI-Funktionen | „Assistent Ingo“ als optionaler Dienst |
| Zielgruppe | Kanzleien, die Eigenbetrieb oder quelloffene Software bevorzugen |
Betriebsarten und Kosten für Support
Wer j-lawyer selbst betreibt, braucht einen Server im Kanzleinetz und installiert die Clients auf den Arbeitsplätzen. Kostenlose Unterstützung gibt es über Forum, Mailingliste und Dokumentation. Bei Installationsfragen, die dort nicht gelöst werden, kann man sich laut Supportseite per E-Mail an das Projekt wenden. Installation und Beratung werden als kostenpflichtige Dienstleistung angeboten, ohne dass die Supportseite Beträge nennt.
| Angebot | Kosten laut Quelle | Hinweise |
|---|---|---|
| Software j-lawyer.org | kostenlos | AGPL v3, Betrieb in eigener Verantwortung |
| j-lawyer.BOX | ab 379 € inkl. MwSt. (Hardwarepreise schwanken nach Anbieterangabe täglich) | vorkonfigurierter Kleinserver, Arbeitsplatzinstallation 30 € je Platz, Datenmigration und Vorlagenanpassung kostenpflichtig |
| j-lawyer.CLOUD | Hauptnutzer 60 €, Nebennutzer 40 € monatlich | 160 GB inklusive, weitere 100 GB je 15 € monatlich, netto oder brutto nicht angegeben |
| Assistent Ingo | Basiskontingent in der Cloud enthalten | Preise für darüber hinausgehende Nutzung auf der Preisseite verlinkt |
Als Hauptnutzer gelten in der Cloud die Berufsträger, als Nebennutzer die Mitarbeiter. Betreiber der Cloud ist nach Projektangaben die Office 42 GmbH. Genannt werden ISO-27001-zertifizierte Rechenzentren in Deutschland mit geografisch getrennter, verschlüsselter Datensicherung. Die Daten sollen jederzeit herunterladbar sein, und ein Wechsel zwischen Cloud und Eigenbetrieb ist nach Anbieterangabe möglich. Das ist ein Merkmal quelloffener Software, das bei proprietären Systemen eigens vertraglich zu klären wäre.
Assistent Ingo
Der KI-Assistent fasst nach Anbieterangaben E-Mails und Dokumente bis etwa 80 Seiten zusammen, beantwortet Fragen zu Dokumenten, transkribiert Sprachmemos und unterstützt beim Diktat. Er laufe auf eigener Infrastruktur in zertifizierten Rechenzentren. Daten würden nicht an die Betreiber bekannter KI-Modelle weitergeleitet und nach Beantwortung der Anfrage gelöscht. Welches Modell eingesetzt wird, nennt die Seite nicht.
Aus der Praxis
Für Einzelkanzleien mit IT-Kenntnissen kann der Eigenbetrieb günstig sein. Die Verantwortung für Datensicherung, Updates und Ausfallsicherheit trägt dann aber die Kanzlei. Wer das nicht selbst leisten will, vergleicht die Cloud-Kosten mit kommerziellen Systemen wie Actaport oder Kleos.
Häufige Fragen
Die Software ist kostenlos und quelloffen (AGPL v3). Kosten entstehen, wenn man Hardware, Cloud-Betrieb, Einrichtung oder KI-Funktionen als Dienstleistung bezieht.
Forum, Mailingliste und Dokumentation sind kostenlos. Installation und Beratung sind kostenpflichtige Dienstleistungen. Die Cloud kostet 60 € je Haupt- und 40 € je Nebennutzer monatlich.
Ja, das Projekt nennt eine beA-Integration unter dem Namen „beAstie“.
Ja, der Client steht für Windows, Linux und macOS zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Apps für iOS und Android.
Quellen
- j-lawyer.org, Startseite, abgerufen am 04.10.2026
- j-lawyer.org, Lizenz, abgerufen am 04.10.2026
- j-lawyer.org, Support, abgerufen am 04.10.2026
- j-lawyer.org, j-lawyer.BOX Kanzleiserver, abgerufen am 04.10.2026
- j-lawyer.org, j-lawyer.CLOUD, abgerufen am 04.10.2026
- j-lawyer.CLOUD, Preise SaaS, abgerufen am 04.10.2026
- j-lawyer.CLOUD, Assistent Ingo, abgerufen am 04.10.2026
Stand Oktober 2026