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KI-Kanzlei Arceus erhält 17 Millionen US-Dollar für Festpreis-Modell

Die KI-Kanzlei Arceus aus San Francisco hat nach einem Bericht des Technologiedienstes SiliconANGLE vom 1. Oktober 2026 eine Finanzierung über 17 Millionen US-Dollar erhalten. Arceus erbringt vertragsrechtliche Leistungen für schnell wachsende Unternehmen zu Festpreisen. KI-Agenten erledigen die Vorarbeit, zugelassene Anwälte prüfen und geben frei.

Investoren und Pläne

Angeführt wird die Runde laut SiliconANGLE (englisch) vom Wagniskapitalgeber Greycroft. Beteiligt sind außerdem Craft Ventures und South Park Commons. Das Geld soll in die Einstellung von Anwälten, Softwareentwicklern und KI-Forschern fließen. Mittelfristig will Arceus nach eigener Darstellung über Vertragsarbeit hinaus sämtliche Rechtsangelegenheiten seiner Unternehmensmandanten abdecken. Arbeits- und Datenschutzrecht kommen bereits hinzu. Nach Angaben des Unternehmens hat sich die Zahl der Kunden allein im September vervierfacht. Gründer und Geschäftsführer Mac Liu begründet das Modell damit, dass die Abrechnung nach Stunden Kanzleien keinen Anreiz zu schneller Arbeit gebe.

Festpreise und eigene Software

Arceus nennt den Preis vor Beginn der Arbeit. Auf der Website der Kanzlei werden 500 US-Dollar für eine Standardprüfung eines Vertrags, 1.000 US-Dollar für eine vollständige Verhandlung und 2.000 US-Dollar für einen Vertragsentwurf angegeben, für kleinere Entwürfe 1.000 bis 1.500 US-Dollar. Eine Standardprüfung dauert laut SiliconANGLE meist drei bis fünf Stunden. Dauert sie länger als acht Stunden, entfällt die Gebühr. Typische Mandate sind Rahmenverträge (MSA), Geheimhaltungsvereinbarungen, Lieferantenverträge, Auftragsverarbeitungsverträge, Einstellungsangebote (offer letters) und Verträge mit freien Mitarbeitern.

Technische Grundlage ist ein eigenes System namens CounselOS, das Vorgaben der Mandanten, frühere Verträge und Verhandlungsverläufe speichert und an Salesforce, HubSpot und Gmail angebunden ist. Als eingesetzte KI-Modelle nennt die Kanzlei Claude, ChatGPT und Gemini. Jede Angelegenheit wird nach eigenen Angaben von in den USA zugelassenen Anwälten bearbeitet. In welchen Bundesstaaten und in welcher Gesellschaftsform Arceus tätig ist, geht aus den gelesenen Quellen nicht hervor.

Einordnung

Arceus steht für ein Modell, das in den USA zunehmend Kapital anzieht – Kanzleien, die von vornherein um KI-Werkzeuge herum organisiert sind und standardisierte Leistungen zu festen Preisen anbieten. Auf Deutschland lässt sich das nur eingeschränkt übertragen. Festpreise sind im außergerichtlichen Bereich über Vergütungsvereinbarungen möglich (§§ 3a, 4 RVG). Reine Kapitalbeteiligungen von Finanzinvestoren an Anwaltsgesellschaften sieht das deutsche Berufsrecht dagegen nicht vor, § 59i BRAO beschränkt den Kreis der Gesellschafter auf Angehörige bestimmter Berufe. Ob und wie die Finanzierung von Arceus gesellschaftsrechtlich ausgestaltet ist, ist nicht bekannt. Grundlagen zu solchen Geschäftsmodellen erläutert die Seite Was ist Legal Tech?

Quellen

  1. AI-driven law firm Arceus Legal raises $17M to move beyond contract work (SiliconANGLE, englisch), 01.10.2026
  2. Arceus – Website der Kanzlei (Arceus, englisch), abgerufen am 04.10.2026