KI in der Rechtspraxis

Studie zeigt veraltete Software bei vielen Anwaltskanzleien in den Niederlanden

Eine Untersuchung der niederländischen Webagentur Bureau Imago hat ergeben, dass 36 Prozent der geprüften Websites niederländischer Anwaltskanzleien mit veralteter Software laufen. Unter zwölf verglichenen Branchen erreichte die Anwaltschaft damit den höchsten Anteil. Die Untersuchung wurde am 21. und 22. Oktober durchgeführt. Der Beitrag von Advocatie mit den Ergebnissen erschien am 23. Oktober 2026.

Untersuchung nach bekannt gewordenen PHP-Sicherheitslücken

Bureau Imago prüfte insgesamt 1.280 niederländische mittelständische Unternehmen, darunter 122 Anwaltskanzleien. Die Erhebung erfolgte kurz nachdem zwei kritische Schwachstellen in der Programmiersprache PHP bekannt geworden waren. Nach Angaben einer der beiden Quellen gingen in dieser Woche zahlreiche Websites vorsorglich offline, nachdem die Sicherheitslücken publik wurden. Bei Anwaltskanzleien blieben solche Lücken laut dieser Quelle jedoch häufig offen.

Von den untersuchten Kanzleien verwenden 62 Prozent WordPress. Bei 41 Prozent dieser WordPress-Websites ist mindestens ein Plugin um eine Version veraltet, bei einem Viertel fehlt sogar eine vollständige Hauptversion. 7 Prozent verwenden ein Plugin, das WordPress.org aus Sicherheitsgründen bereits entfernt hat. Bei 20 Prozent der Anwalts-Websites, deren WordPress-Version sichtbar ist, läuft laut WordPress.org eine unsichere Version. Bei 8 Prozent aller untersuchten Anwalts-Websites wurde zudem eine PHP-Version ohne weitere Updates festgestellt. Insgesamt liefen laut Bureau Imago 30,5 Prozent aller untersuchten mkb-Websites mit veralteter Software.

Veraltete Software als Risiko für Anwaltskanzleien

Bureau Imago weist darauf hin, dass veraltete Software nicht automatisch bedeutet, dass eine Website angreifbar ist. Allerdings könnten wichtige Sicherheitsupdates fehlen. Die Erkenntnisse seien für Anwaltskanzleien relevant, weil über ihre Websites möglicherweise vertrauliche Mandanteninformationen ausgetauscht werden. Insbesondere Kontaktformulare könnten ein Risiko darstellen, wenn die zugrunde liegende Software unzureichend gepflegt werde.

Die Untersuchung beruht ausschließlich auf öffentlich sichtbaren Softwareversionen. Verborgene Bestandteile und kostenpflichtige Plugins wurden nicht einbezogen. Für die Zahlen zur Anwaltschaft gibt das Forschungsbüro eine Fehlermarge von etwa acht Prozentpunkten an.

Einordnung

Die niederländischen Zahlen lassen sich nicht unmittelbar auf Kanzleien in Deutschland, Österreich oder der Schweiz übertragen, da die vorliegenden Quellen keine Angaben zur dortigen Rechtslage oder Softwarepraxis enthalten. Die Untersuchung kann jedoch als Anlass dienen, die eigene Website-Infrastruktur zu überprüfen, insbesondere wenn darüber Kontaktformulare oder Mandantenportale betrieben werden.

Dass ausgerechnet die Anwaltschaft unter den zwölf verglichenen Branchen den höchsten Anteil veralteter Software aufweist, dürfte auch jenseits der Niederlande Anlass geben, IT-Wartung als Teil der Sorgfalt gegenüber Mandantinnen und Mandanten zu betrachten. Kanzleien, die vertrauliche Daten über ihre Website verarbeiten, können aus den Ergebnissen ableiten, dass regelmäßige Updates von Content-Management-Systemen und Plugins eine naheliegende Maßnahme sind, auch wenn veraltete Software laut Bureau Imago nicht zwangsläufig eine konkrete Schwachstelle bedeutet.

Quellen

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung eines KI-Systems auf Grundlage der genannten Quellen erstellt.

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