Actaport

Kurz gefasst

Actaport ist eine cloudbasierte Kanzleisoftware der dokSAFE GmbH aus Leipzig, die im Browser und per App genutzt wird. Akten, Fristen, Dokumente, E-Mail, beA und Abrechnung liegen in einem System. Das Hosting erfolgt nach Angaben des Herstellers in Deutschland.

Actaport richtet sich nach seinem Tarifmodell an Einzelkanzleien bis hin zu größeren Kanzleien, für die ein individuell zugeschnittener Tarif angeboten wird. Der Hersteller gibt auf seiner Startseite an, dass mehr als 4.000 Nutzer die Software verwenden. Eine eigene Serverinstallation ist nicht vorgesehen. Nach Herstellerangabe fallen weder Setup-Gebühr noch Wartungsvertrag oder Hardwareinvestitionen an. Die allgemeinen Auswahlkriterien sind auf der Seite Kanzleisoftware beschrieben.

Funktionen nach Kriterien

Kriterium Angaben des Herstellers
Aktenverwaltung Digitale Akte, Wiedervorlagen, Aufgaben, Notizen, Forderungsmanager
beA-Anbindung beA-Integration im zentralen Postfach neben E-Mail und Mandantenportal
Fristen Fristen als eigene Funktion der Fallbearbeitung
Dokumente/OCR Integrierter Dokumenten-Editor, Vorlagen, Textbausteine, Word-Add-in, Texterkennung in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben
Abrechnung/RVG Zeiterfassung, Rechnungswesen, RVG-Assistent, dazu „RVG Expertenwissen“, Finanzbuchhaltung und Analytics als Zusatzmodule
Betriebsart Cloud, Hosting in Deutschland, 200 GB Speicher je Nutzer im Starter- und Professional-Tarif
KI-Funktionen Anbindungen an Drittanbieter (siehe unten), „KI-Prompt“ als Baustein der Automatisierung
Zielgruppe Kanzleien jeder Größe, Starter-Tarif für höchstens zwei Nutzer

Schnittstellen und Automatisierung

Ein Schwerpunkt von Actaport sind Integrationen. Genannt werden Microsoft 365 (Outlook- und Word-Add-in, Teams und SharePoint als Zusatzmodule), die Automatisierungswerkzeuge n8n und Zapier sowie Anbindungen an Regpit, JUPUS, Justin Legal, Lexroom, Silvernova und die Telefonie von Sipgate. Über das Zusatzmodul „Actaport Automate“ wird die Programmierschnittstelle (API) freigeschaltet. Der Hersteller nennt dafür 228 € pro Jahr und Nutzer. Für Geldwäscheprüfungen gibt es eine Funktion direkt in der Anwendung.

KI-Funktionen beschreibt der Hersteller vor allem über Partner. JUPUS soll die Mandatsaufnahme KI-gestützt automatisieren, Justin Legal legt nach einem Online-Formular automatisch eine E-Akte an und nutzt nach Herstellerangabe ChatGPT. Beide Dienste müssen gesondert gebucht werden. Wer solche Anbindungen nutzt, übermittelt Mandatsdaten an einen weiteren Dienstleister. Das ist berufsrechtlich nach § 43e BRAO gesondert zu prüfen.

Actaport Preise

Die Angaben stammen aus dem Online-Shop und der Preisseite des Herstellers (abgerufen am 04.10.2026). Für den Tarif Professional stellen Shop und Preisseite den Betrag nicht einheitlich dar. Maßgeblich ist die aktuelle Angabe auf der Preisseite des Herstellers.

Tarif Preis Wesentliche Bedingungen
Starter 79 € je Nutzer und Monat zzgl. MwSt. monatliche Abrechnung, höchstens zwei Lizenzen, 200 GB je Nutzer
Professional Preis laut Herstellerseite jährliche Abrechnung, ohne Nutzerlimit, Forderungsmanagement, zwei Online-Schulungen inklusive
Enterprise nach Absprache u. a. Single Sign-on, White-Labeling, persönlicher Ansprechpartner, Datenmigration inklusive

Als Zusatzleistungen nennt der Shop einen Vorlagenservice (79 €), eine Einzelschulung online (99 €) und ein Onboarding-Paket „Advanced“ (599 €). Kanzleigründer erhalten nach Herstellerangabe ein Jahr lang 30 % Rabatt auf den Professional-Tarif, wenn sie die Gründung mit einem höchstens sechs Monate alten Nachweis belegen. Support ist nach Herstellerangabe in allen Tarifen ohne Zusatzkosten enthalten.

Lizenz, Wechsel und Kündigung

Jeder Benutzer braucht eine eigene Lizenz, weil Änderungen, etwa in der Dokumentenhistorie, dem angemeldeten Nutzer zugeordnet werden. Mit einer Lizenz kann man sich auf beliebig vielen Geräten anmelden, also etwa im Büro und im Homeoffice. Eine Datenübernahme aus anderer Kanzleisoftware bietet der Hersteller an. Art und Umfang hängen nach seinen Angaben vom bisherigen System und dessen Nutzung ab. Gekündigt wird per E-Mail mit unterschriebenem PDF oder in der Anwendung.

Aus der Praxis

Bei jeder Cloud-Kanzleisoftware sollte vor Vertragsschluss geklärt sein, in welchem Format die Daten bei Kündigung herausgegeben werden und wie lange danach noch ein Zugriff besteht. Die Handakte muss nach § 50 BRAO sechs Jahre aufbewahrt werden. Das gilt auch, wenn sie elektronisch geführt wird. Mehr dazu auf der Seite Digitale Kanzlei.

Häufige Fragen

Laut Hersteller 79 € je Nutzer und Monat zuzüglich Mehrwertsteuer im Starter-Tarif (höchstens zwei Nutzer). Den Preis für den Tarif Professional nennt die Preisseite des Herstellers. Für den Tarif Enterprise gibt es ein individuelles Angebot.

Der Hersteller gibt in allen Tarifen „Hosting in Deutschland“ an.

Ja, die beA-Integration ist Teil des Kommunikationsbereichs, zusammen mit E-Mail und Mandantenportal.

Der Hersteller bietet eine Datenmigration aus einer Vielzahl von Anwendungen an. Was übernommen werden kann, hängt vom bisherigen System ab.

Quellen

  1. Actaport, Preisgestaltung, abgerufen am 04.10.2026
  2. Actaport Shop, Unsere Preismodelle, abgerufen am 04.10.2026
  3. Actaport, Startseite, abgerufen am 04.10.2026
  4. Actaport, Impressum, abgerufen am 04.10.2026
  5. § 43e BRAO, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.10.2026
  6. § 50 BRAO, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.10.2026

Stand Oktober 2026